Talentsichtung und "Profivorträge" mit Klanggenuss

Weihnachtskonzert 2011 bei Regens Wagner unter ganz neuen Vorzeichen

Dass die Bühne im Altarbereich der Regens Wagner-Kirche beim Schlussapplaus einmal zu klein sein würde für alle Mitwirkenden, hätten die Organisatoren des Weihnachtskonzerts 2011 bis vor kurzem sich wohl selbst nicht vorstellen können. Eben dies aber trat ein, als rund 150 Musiker und Sänger nach ihrem Finale beklatscht wurden.
Es ist ganz ohne Zweifel ein künstlerischer Neuanfang, den die beiden Musiklehrer der Schule vollziehen müssen. „Wir haben im letztjährigen Doppelabitur-Jahrgang eine enorme Zahl an altgedienten Top-Musikern verabschiedet. Also haben wir uns eine intensive Talentsichtung in den 5. und 6. Klassen auf die Fahnen geschrieben“, erklären beide. In der Kürze der Zeit ist den Musikpädagogen dabei durchaus Beachtenswertes gelungen. Und so standen im flotten Wechsel ganze Klassen vor dem Publikum, da und dort noch ergänzt um Kinder aus dem Chor der Unterstufe. Wenn man bedenkt, dass die Mehrzahl der Arrangements im regulären Musikunterricht entstanden war und diese nur bei einzelnen Zusatzproben vertieft wurden, so konnte der geneigte Zuhörer nur respektvoll staunen ob der flotten Klangspiele, Gesänge und Harmonien der Kinder. „Ach, sind die süß“, war letztlich auch einer der am häufigsten gehörten Sätze im Auditorium, zumal Nikolausmützen auf der Bühne Hochkonjunktur hatten.
Auch der musikalische Feinschmecker wurde bestens bedient: Zwei Schülerinnen der Q12 demonstrierten beim Händelschen Allegro die hohe Kunst des Querflötenduetts, während das achtköpfige Vokalensemble mit anspruchsvollen mehrstimmigen Darbietungen aus verschiedenen Genres bezauberte. Ein gefühlloser Klotz, wer nicht wenigstens auf dem Nachhauseweg ein paar Takte des Leonard Cohen-Klassikers „Halleluja“ auf den Lippen hatte.
Dass der Abend freilich nicht bloß in weihnachtlicher „Alles-wird-gut-Rührseligkeit“ vor sich hin schlenderte, dafür sorgte die Theatergruppe der Mittel- und Oberstufe. Unter dem Titel „Aufregende Nachricht“ (Autor: Rudolf Otto Wiemer) werfen alttestamentarische Seher und neuzeitliche Reporter in jeweils eingeschobenen Episoden einen kritischen Blick auf das Bethlehem-Wunder und lassen angesichts von harten Herzen, Dunkelheit und Krankheit auch die aktuelle Frage im Raum stehen: „Wer kommt und ändert die Welt?“ Letztendlich aber hatte schon die weihnachtliche Vorfreude die Nase vorn, und das sowohl bei Solostücken an Klavier und Orgel oder auch beim Auftritt des erstmals gebildeten Lehrerchors.
Und für wen der Abend noch zu jung war, den lud der Elternbeirat der Schule im Hof von Regens Wagner noch zu Weihnachtsgebäck und heißem Glühwein ein – ein Angebot, das von vielen gerne angenommen wurde.

Text: -cv- / 22.12.2011