Gymnasium
Burgkunstadt
Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium und Sprachliches Gymnasium
Aktuelle Termine

logo2

 

logo9

logo8

logo3

logo62

logo7

logo1

„Wir haben eine Essstörung, aber wir sind keine!“

Interaktive Ausstellung „Der Klang meines Körpers“ informiert und zeigt kreative Wege aus der Krankheit

 

IMG 5244 red1

 

Es gibt unzählige Arten, wie man auf ungesunde Weise mit seinem Körper umgehen kann. Entweder du hungerst dich zu Tode, du kotzt oder du trainierst bis dein T-Shirt vor lauter Muskeln aus den Nähten platzt. Und wozu? Um dazuzugehören.
Jugendliche haben eine große Sehnsucht danach, nicht nur ein Teil der Gesellschaft zu sein, sondern auch eine Rolle darin zu spielen.

Sie wollen den Idealen nicht nur entsprechen, sondern sie häufig sogar übertreffen. „Dicke“ sind nicht angesagt, sie stören und nehmen zu viel Platz ein. Sie werden beobachtet von den „Dünnen“, die alles dürfen und denen die Welt offen steht. Erst wenn man dünn ist, hat man es geschafft, erst dann ist man etwas wert. Erst dann wird man gesehen und beachtet. Dünn zu sein ist zur Zeit die Währung mit dem besten Kurs, und leider scheint dieser täglich zu steigen. Wer in Size Zero passt, regiert die Welt, dessen Leben läuft sorgenfrei ab und der bekommt, was auch immer er will – so wird es uns zumindest verkauft. Aber ist das nicht die größte Lüge der Welt!?


Ess-Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungsbildern des Jugendalters. Betroffen sind v.a. Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 12 bis 25 Jahren; Schätzungen zufolge leiden rund fünf Prozent dieser Altersgruppe an einer Essstörung. Für Jungen und junge Männer schienen Essstörungen lange Zeit kein Thema zu sein, doch inzwischen sind auch sie immer häufiger davon betroffen. Magersucht, Bulimie oder Binge Eating (Ess-Sucht) sind schon lange nicht mehr nur Thema für Ärzte und Therapeuten, sondern Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Es gibt kaum eine Schule, an der nicht einzelne Schülerinnen oder auch Schüler an einer Essstörung leiden, oft lange im Verborgenen. Wird die Krankheit offensichtlich, sind Außenstehende – Freundinnen und Freunde ebenso wie Eltern oder Lehrkräfte – oft unsicher, wie sie Betroffene unterstützen können.


Das interaktive Ausstellungsprojekt „Der Klang meines Körpers“, das mittlerweile mit dem Bayerischen Gesundheitsförderungs- und Präventionspreis ausgezeichnet wurde, berührt und sensibilisiert auf wertschätzende und respektvolle Art und Weise für ein gesamtgesellschaftliches Thema, informiert zugleich über Möglichkeiten der Prävention und zeigt kreative Wege aus einer Essstörung auf. Dank des Bayerischen Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konnten wir für die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe diese Ausstellung an unsere Schule holen und somit Essstörungen aus der Anonymität holen, ihnen ein Gesicht geben und die Sprachlosigkeit überwinden.


„Wir haben eine Essstörung, aber wir sind keine!“ Mit diesem Wunsch erarbeiteten fünf betroffene Mädchen zusammen mit ihrer Musiktherapeutin Stephanie Lahusen und einer Grafikerin die Ausstellung. Mit selbst geschriebenen Texten, Bildern und ausgewählten Liedern geben die Betroffenen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Es geht um die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, die Angst zu versagen, nicht zu genügen, aber auch um Wünsche, Sehnsüchte und was Jugendliche stark und „satt“ macht.


Sachliche Informationen bilden den äußeren Rahmen der Ausstellung. Auf verschiedenen Infotafeln wird das Thema Essstörung beleuchtet. Doch diese Informationen allein lassen das Ausmaß des körperlichen und seelischen Leidens nicht erkennen. Der Innenkreis widmet sich daher den „Seelenklängen“. Betroffene geben Einblick in ihre ganz persönliche Geschichte, die in Bilderserien, Collagen und individuell ausgewählten Musikstücken erzählt wird. Besucher können sich einfühlen und an der Hörstation einhören; ihnen eröffnet sich ein emotionaler Zugang zur Gefühlswelt von Betroffenen. Die Portraits beleuchten unterschiedlichste Aspekte der Krankheit und lassen ihre Komplexität erahnen. Unterhalb der Portraits befinden sich Schatzkisten mit Materialien, die Wege aus der Essstörung aufzeigen und gleichzeitig dazu einladen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Essstörungen vorgebeugt werden kann. Diese Kisten zeigen auf, wie wichtig es ist, sich seiner eigenen Fähigkeiten, Stärken und Talente, aber auch seiner Bedürfnisse und Wünsche bewusst zu werden.


Ein großer Dank geht an dieser Stelle an die Schulleitung, die mich in dieser Sache unterstützt und mir das Vertrauen geschenkt hat, diese andere Art des Unterrichts auszuprobieren. Die durchweg positive Rückmeldung der Schüler und der positive Umgang der Schüler miteinander in den einzelnen Klassen zeigen, dass diese Thematik in der Welt unserer Schüler eine wichtige Rolle spielt und dass diese Ausstellung auch im nächsten Schuljahr wieder an unsere Schule kommen sollte.

 

Christina Schott

 

IMG 5241 red1

Kontakt

Gymnasium Burgkunstadt

Kirchleiner Straße 18
96224 Burgkunstadt
Telefon: 09572 38609-0
Telefax: 09572 38609-200
verwaltung@gymnasium-burgkunstadt.de