„Mehr als nur Schule“: Tag der offenen Tür vermittelt Einblicke und nimmt Berührungsängste
Mit dem Slogan „Mehr als nur Schule“ hatte das Gymnasium Burgkunstadt vor kurzem Viertklässlerinnen und Viertklässler sowie deren Eltern zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen – und nach drei Stunden buntem sowie informativem Programm am Samstagvormittag hatten die jungen Gäste und deren Eltern erfahren, dass Lehrer- wie Schülerschaft diesen Slogan in der Tat mit ganz viel Leben füllen. Zwischen Informationen rund um den „sanften Übergang“ an die weiterführende Schule und erlebbarer Schulatmosphäre zeigte die gesamte Schulfamilie, welche Vorteile der neunjährige Besuch des Gymnasiums unter dem Motto „Vom Kind zum jungen Erwachsenen – Reifung in einer Hand“ mit sich bringt. Vor allem das wertschätzende Miteinander zog sich wie ein roter Faden durch den kurzweiligen Vormittag.
Bereits der Auftakt setzte den Ton: In der Aula begrüßte der Schulchor – darunter viele Fünftklässler - unter Leitung von Christiane Schütz die Gäste musikalisch, bevor Schulleiter Matthias Schneider gemeinsam mit Unterstufenbetreuerin Jenny Schreiner, Beratungslehrkraft Natascha Lachner und Eva Al Affash als Mitarbeiterin in der Schulleitung das Profil der Schule und die besonderen pädagogischen Schwerpunkte des Gymnasiums Burgkunstadt umriss.
Dazu zählen der naturwissenschaftlich-technologische und der sprachliche Zweig und das Profil als Europaschule und Erasmus-Plus-Schule. Studiendirektorin Eva Al Affash betonte den Dreiklang von Herz, Kopf und Hand als Leitgedanken der pädagogischen Arbeit am Gymnasium Burgkunstadt. Die dargelegten Strukturen und Angebote sollen eine ausgewogene Verbindung von fachlicher Vertiefung, Persönlichkeitsbildung und sozialem Miteinander gewährleisten.
Im Zentrum des Informationsblocks für Eltern stand das Konzept des „sanften Übergangs“ beim Start in Jahrgangsstufe 5, das mit der Begleitung der Fünftklässler durch Tutorinnen und Tutoren und somit durch ältere Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Eckpfeiler erhält. Besonders stolz ist man am Gymnasium Burgkunstadt auf das KOSMOSS-Programm: Hierbei handelt es sich um Unterrichtseinheiten, die wichtige Strategien beim Lernen und Organisieren des Schulalltags beinhalten und somit bereits in der Unterstufe die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler nachhaltig fördern.
Elternbeiratsvorsitzende Bernarda Callens und Schülersprecher Christoph Beck unterstrichen in ihren kurzen Beiträgen die gute Zusammenarbeit innerhalb der Schulfamilie und die Fokussierung auf das einzelne Kind. „Gerade weil mein Weg am Gymnasium in diesem Jahr mit dem Abitur sein Ende finden wird, kann ich Ihrem Kind aus eigener Erfahrung nur den Weg an diese Schule empfehlen. Ich habe dem Gymnasium Burgkunstadt sehr viel zu verdanken!“, so der langjährige Schülersprecher.
Während die Eltern in der Aula zentrale Informationen zu Aufnahme, Profilzweigen, Stundentafeln und möglichen Förderangeboten erhielten, starteten die Viertklässler in kleinen Gruppen zu einem Rundgang durch ihr zukünftiges Schulgebäude. Auffällig viele Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgänge begleiteten die Kinder – als Guides, Erklärende und Brückenbauer in die neue Lernwelt. „Das ist doch absolute Ehrensache“, kommentierte Arthur Hoyer den Umstand, dass der Neuntklässler wie so viele andere seiner Mitschülerinnen und Mitschüler ihre Schule an einem Samstag den jungen Gästen näherbrachte. Genau hier zeigte sich der Anspruch „Mehr als nur Schule“ in der Praxis: Begegnungen auf Augenhöhe, neugierige Fragen, gemeinsames Ausprobieren.
Im naturwissenschaftlichen Bereich luden einfache Experimente zum Mitmachen ein. Das Prinzip „Erst beobachten, dann erklären“ wurde greifbar, wenn Indikatorlösungen Farbe wechselten oder magnetische Felder sichtbar wurden. Besonders umlagert war die Robotik-AG: programmierte Lego-Roboter setzten präzise Manöver um, absolvierten Parcours und lieferten sich freundschaftliche Duelle. Ältere Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte erklärten Sensorik, Programmierlogik und Wettbewerbsformate – und machten so den MINT-Schwerpunkt für die jungen Gäste erlebbar.
Mit Brille und Controller ging es dabei sogar auf eine virtuelle Zeitreise ins antike Rom. Das Kolosseum aus der Ich-Perspektive, Straßenlärm und Architektur – Geschichte wurde bei der Lernstation der Fachschaft Latein dank der VR-Brillen anschaulich, ohne den Klassenraum zu verlassen. Lehrkräfte erläuterten, wie solche Formate in Projekten und Unterrichtseinheiten eingebunden werden: nicht als Gimmick, sondern als didaktisch gezielter Zugang zu Themen.
Die jungen Gäste nutzten ausgiebig die Angebote aller Fachschaften, indem sie beispielsweise auch einen Einblick in die Kulinarik Frankreichs, Italiens und Spaniens erhielten und beim Knobeln erfahren durften, dass Mathematik in der Tat Spaß bereiten kann. Stellwände und Bildschirme dokumentierten Erasmus-Plus-Projekte und Partnerschaften: Austauschfahrten, gemeinsame Workshops, digitale Begegnungen. Als Europaschule, so wurde deutlich, verbindet das Gymnasium Burgkunstadt Sprachkompetenz mit interkultureller Erfahrung – ein Mehrwert, der über Vokabeln hinausgeht.
Kulturell-kreative Akzente setzten Musik und Kunst. Die Big Band unter Leitung von Matthias Reuß gestaltete eine offene Probe; Gäste erlebten die Arbeit zwischen Takt, Timing und Team. Die Fachschaft Kunst zeigte Arbeiten aus mehreren Jahrgangsstufen und lud die jungen Gäste zum Farbenmischen ein.
Gegen Ende des kurzweiligen Vormittags fanden Viertklässler und Eltern im Schulgebäude wieder zusammen und konnten sich dank der engagierten SMV und dem Team von Regens Wagner mit Snacks und Kaffee und Kuchen stärken.
Die jungen Gäste gingen schließlich mit spürbarer Vorfreude aus dem Haus: Die Mischung aus Selbermachen, Zuschauen und Nachfragen ließ Schule als gestaltbaren Ort erscheinen – nicht als abstrakte nächste Etappe des eigenen Bildungswegs.
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