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Mitreißend – lustig – lehrreich – göttlich: Kabarettist und Bühnenlateiner Björn Puscha bei uns zu Gast

Oder: „I mog Latein!“ - Lateinunterricht in göttlicher Sprache: auf bayerisch 😊

Am 3. Februar 2026 begeisterte der Kabarettist und Bühnenlateiner Björn Puscha mit seinem Schulprogramm „Schlechte Karten für Jupiter“ mit viel Witz, schauspielerischem Können und sprachlichem Geschick unsere Lateinschülerinnen und Lateinschüler (und solche, die es vielleicht noch werden wollen) von der 5. bis zur 9. Jahrgangsstufe. In zwei Auftritten nahm er sein Publikum mit auf eine Reise in die römische Antike, auf den Spuren ihrer Kultur und ihrer Sprache: Latein.

Lateinschueler

„Wirf dein Leben doch nicht weg!“ soll jemand zu ihm gesagt haben, als er offenbarte, Latein studieren zu wollen. Aber nein! Ganz im Gegenteil! Obwohl Björn Puscha als 11.- Klässler dem Lateinischen den Rücken gekehrt hatte, wurde er einige Zeit später (aus der Not heraus über den Umweg, selbst in die Rolle des Lehrenden als Nachhilfe für seinen Cousin schlüpfen zu müssen) von der Liebe zur lateinischen Sprache gepackt.

Wie dieser Funke seiner Begeisterung für die lateinische Sprache, für die antike Geschichte und für ihre Geschichten auf andere überspringt, konnten wir im Folgenden miterleben, als er uns alle mitnahm auf eine ereignisreiche und lebhafte Reise in das antike Rom. Auf diese Zeitreise hat ihn Jupiter geschickt. „Jupi“ hatte beim Schafkopf spielen mit seinen „Spezln“ Caesar und Jesus mal wieder schlechte Karten gehabt und aus Versehen Björn Puscha mit einem seiner Blitze getroffen. Um ihn wieder auf die Erde in den „Aggregatzustand der Lebenden“ schicken zu können, musste er auf besseres bzw. schlechteres Wetter warten. So schickte der oberste römische Gott unseren Kabarettisten kurzerhand nach Rom in das Jahr 44 v. Chr. – genauer gesagt: Es war der 15. März 44 v. Chr.: der Tag von Caesars Ermordung!

In das Gewand einer römischen Toga gekleidet erweckte Björn Puscha das antike Rom – mit seinen Wohnblöcken, den Händlern, dem Gestank in den engen Gassen, aber auch den Thermen und Villen – eindrucksvoll in unserer Aula zum Leben. Wir waren hautnah dabei, wie Vierspänner im Circus maximus um den Sieg kämpften und bekamen Gänsehaut, als Caesar im Theater des Pompeius schließlich ermordet wurde. Atemlos und mitgerissen von der anschaulichen Beschreibung Björn Puschas kehrten wir wieder in die Gegenwart und in unsere Aula zurück.

Zeitreisender

Auf äußerst humorvolle Weise erklärte der Bühnenlateiner uns u.a. die römischen Namen – v.a. die cognomina (die Beinamen) – und dass die Römer doch mal lieber ihre phönizischen Vokabeln besser gelernt hätten. So wäre Europa nicht knapp 2000 Jahre lang von „Elefanten“ regiert worden 😊.

Einfach toll! Mitreißend, kurzweilig, lustig, lehrreich und vor allem herzlich. Vielen Dank für diesen göttlichen Vormittag!

Christine Hollenbach

Exkursion zum Römerkastell Saalburg

Auch dieses Jahr – im Jubiläumsjahr der Rekonstruktion der Saalburg (125 Jahre seit Grundsteinlegung der Rekonstruktion) – hieß es wieder „Salvete!“ – „Willkommen!“ auf der Saalburg bei Bad Homburg, als sich am 24. März 2025 insgesamt 57 Lateinschülerinnen und Lateinschüler der 6. Jahrgangsstufe zusammen mit Frau Hertstein, Frau Ulrich, Herrn Schmidt und Frau Hollenbach auf eine Reise in die Vergangenheit von vor knapp 2000 Jahren begeben haben. Bevor wir am 25. und 26. März das Römerkastell Saalburg besuchten, hatten wir am Anreisetag noch Gelegenheit die Stadt Bad Homburg zu erkunden, wobei vor allem die Einkaufsmöglichkeiten in der Fußgängerzone bei den Schülerinnen und Schülern besonders gut ankamen.

Unsere Zeitreise in die Vergangenheit begann am Dienstag früh an der Porta Praetoria, dem imposanten Haupttor des Kastells. In Kleingruppen bekamen wir durch das museumspädagogische Personal der Saalburg Führungen extra (außerhalb) und intra muros (innerhalb der Mauern des Kastells), wobei wir gedanklich in die Rolle von Auxiliar-Soldaten schlüpfen durften, die von den Römern rekrutiert wurden. So marschierten wir außerhalb der Mauern im Gleichschritt auf das Kommando „Aequatis passibus! Pergite!!“ zum Limes, dem ehemaligen Grenzwall des römischen Reiches.

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Wieder zurück intra muros durften unsere gerade erst rekrutierten Hilfssoldaten in die Kleidung der Römer der Antike schlüpfen. Bei der Vorführung der römischen Tracht erlebten die Schülerinnen und Schüler, wie sich ein Soldat mit Kettenhemd und schwerer Bewaffnung, ein römischer Senator in einer Toga mit Purpurstreifen sowie eine römische Frau in einer edlen Calasis kleideten.

Nach einer Stärkung in der Mittagspause mit Lunchpaket oder in der Taberna hieß es: „Ad arma!“ – „Zu den Waffen!“ Mit Speer und Bogen erhielten unsere tapferen Rekruten eine Art römische Militär-Grundausbildung. Anschließend stand das Training mit dem Schwert auf dem Programm. Besonders anstrengend – aber dafür umso beeindruckender: die durch Asterix und Obelix allseits bekannte Schildkrötenformation (testudo) wurde von unseren Schülerinnen und Schülern mit den Schilden nachgestellt und bestens gemeistert. So hatten am Ende dieses Tages alle Schülerinnen und Schüler wahrlich ihren Sold verdient!

Ad arma Speer

 

Ad arma Schwert

 

Ad arma Pfeil und Bogen

 

Testudo Schildkrötenformation

Abends stand in der Jugendherberge die Wahl zum Mister und zur Miss Saalburg an. Hierfür verwandelten sich die Schüler unter Zuhilfenahme höchster Schminkkunst in Grazien und die Schülerinnen in hartgesottene junge Männer und lieferten sich ein Battle um den Titel. Unser Moderator Herr Schmidt leitete gekonnt durch den spektakulären Abend und am Ende hatte es die Jury, die von Frau Hertstein und Frau Ulrich gestellt wurde, extrem schwer, sich für einen Sieger bzw. eine Siegerin zu entscheiden. So kürten sie gleich drei Teilnehmerinnen und drei Teilnehmer im Rennen um den hart umkämpften Titel zu Siegerinnen bzw. Sieger des (wahrscheinlich für die gesamte Jugendherberge) super lustigen und amüsanten Abends. (Fotos hiervon konnten leider aus unerfindlichen Gründen in diesem Artikel nicht abgedruckt werden. 😉)

Am letzten Tag stellten unsere Schülerinnen und Schüler auf der Saalburg ihr erworbenes Wissen unter Beweis. In einer Ralley mit insgesamt 28 Fragen erkundeten sie nochmals auf eigene Faust das Horreum, einem Getreidespeicher, der heute verschiedenste Ausstellungsstücke wie z.B. alte Münzen, Werkzeuge, Waffen, Kleidungsstücke etc. beherbergt sowie andere Ausstellungsräume der Saalburg und waren nochmal auf der Suche nach den richtigen Antworten auf dem gesamten Gelände der Saalburg forschend tätig. Wer fertig war, durfte in die Spelunca Ludorum, die „Spielhölle“, der große Ausstellungsraum der fabrica, wo die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Tische erwarteten, an denen sie die römischen Spiele nachspielen konnten.

Mittags mussten wir uns schon wieder von der Saalburg verabschieden. So reisten wir nach diesen zwei ereignisreichen Tagen auf der Saalburg mit vielen Eindrücken über das damalige Leben der Soldaten, deren Kultur und ihren Lebensumständen im Gepäck in unserem (von einigen Schülern zum Musik- und Karaoke-Bus umgewandelten) Bus wieder in die Gegenwart und nach Burgkunstadt zurück, wo wir ein wenig erschöpft (wegen des anstrengenden militärischen Trainings auf der Saalburg oder wegen der eher kurzen Nächte) aber sehr glücklich ankamen.

Vielen Dank an alle Schülerinnen und Schüler, die auf unserer kleinen Zeitreise mit ihrer guten Laune und ihrem Interesse unsere Fahrt „Abenteuer Römerkastell“ unvergesslich gemacht haben!

Christine Hollenbach

Lateinunterricht ganz modern: Mit VR-Brille ins antike Rom!

Latein – eine tote Sprache? Von wegen! An unserer Schule erleben die Lateinschülerinnen und -schüler der 6. Jahrgangsstufe, wie lebendig das Fach sein kann. Denn statt nur Texte über das Forum Romanum zu lesen, setzen sie eine Virtual-Reality-Brille auf – und stehen plötzlich mitten im antiken Rom!

Dank modernster Technik wird der Lateinunterricht zu einer echten Zeitreise. Die Lernenden schlendern durch das Forum Romanum und bestaunen imposante Tempel, die Kurie – den Versammlungsort der Senatoren sowie die Basilica Iulia, wo früher Händler ihre Waren anboten oder hitzige Diskussionen in Gerichtsverhandlungen abgehalten wurden. 

Dieser innovative Ansatz verbindet Geschichte, Sprache und Technik auf einzigartige Weise. So wird Latein nicht nur erlebbar, sondern auch greifbar. Wer braucht schon Zeitmaschinen, wenn man eine VR-Brille hat? 😉

Christine Hollenbach