Am 11.05.2026 durften wir wieder den Jugendoffizier Hauptmann Dhany Sahm aus Bamberg am Gymnasium Burgkunstadt begrüßen. Im Rahmen des Politikunterrichts referierte Herr Sahm für die 11. Klassen unserer Schule zum Thema „Die Welt im Umbruch“. Ziel der Veranstaltung war es, aktuelle sicherheitspolitische Entwicklungen zu erläutern und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern über Fragen von Frieden, Freiheit und internationaler Verantwortung ins Gespräch zu kommen.
Zu Beginn stellte der Referent die Grundlagen des internationalen Völkerrechts sowie die Rolle der Vereinten Nationen vor. Dabei erläuterte er insbesondere die Bedeutung des UN-Sicherheitsrats, der militärische Einsätze legitimieren kann. Vor diesem Hintergrund wurde auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine thematisiert und als Herausforderung für die internationale Friedensordnung eingeordnet.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Entwicklung der internationalen Ordnung seit 1945. Das Völkerrecht habe nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich dazu beigetragen, territoriale Eroberungskriege einzudämmen. Mit der Annexion der Krim 2014 und dem Angriff auf die Ukraine sei jedoch erneut eine Politik sichtbar geworden, die stärker von Machtinteressen geprägt sei.

Im Anschluss ging es um die Sicherheitslage in Europa und die Rolle der NATO. Der Referent betonte, dass Russland militärisch derzeit nicht stärker sei als das Bündnis, gleichzeitig aber seine Rüstungsproduktion deutlich ausbaue. Daraus leitete er die Notwendigkeit glaubhafter Abschreckung und einer stärkeren Verteidigungsbereitschaft Europas ab. Auch aktuelle Diskussionen um einen möglichen neuen Wehrdienst wurden angesprochen. Dabei wurde hervorgehoben, dass das Grundgesetz weiterhin das Recht auf einen Einsatz an der Waffe garantiere.
Darüber hinaus thematisierte der Vortrag moderne Formen hybrider Kriegsführung, etwa Desinformation und gezielte Einflussnahme auf gesellschaftliche Debatten. Als wichtige Aufgabe demokratischer Staaten bezeichnete der Referent deshalb die Stärkung gesellschaftlicher Resilienz und des inneren Zusammenhalts.
Abschließend richtete der Jugendoffizier den Blick auf die Bedeutung von Freiheit, Demokratie und gesellschaftlicher Verantwortung. Er regte die Schülerinnen und Schüler dazu an, über den Wert demokratischer Errungenschaften und deren Schutz nachzudenken.
Der Vortrag bot den Jugendlichen zahlreiche Anknüpfungspunkte zu aktuellen Themen des PuG-Unterrichts und führte zu einer engagierten Diskussion über internationale Politik und Sicherheit in Europa.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Hauptmann Sahm für diesen informativen Vortrag und freuen uns auf seinen nächsten Besuch.
Text/Bild: Kle
Im Rahmen des bundesweiten EU-Projekttages fand am 27. April 2026 am Gymnasium Burgkunstadt eine Diskussionsveranstaltung mit dem Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz (SPD) statt. Die Veranstaltung richtete sich an die Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe und bot die Möglichkeit, aktuelle europapolitische Themen im direkten Austausch zu vertiefen.
Zu Beginn stellte Herr Schwarz die grundlegende Idee der Europäischen Union dar. Ausgehend von ihrer Entstehung als Friedensprojekt nach den Erfahrungen der Weltkriege erläuterte er die Entwicklung hin zu einer politischen und wirtschaftlichen Gemeinschaft, die heute auf gemeinsamen Werten wie Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit beruht. Neben der Sicherung des Friedens wurde insbesondere die Bedeutung der Freizügigkeit sowie der wirtschaftlichen Integration hervorgehoben.
Im Anschluss ging Herr Schwarz auf zentrale Argumente für die Europäische Union ein. Neben der Sicherung demokratischer Strukturen und der Gleichberechtigung der Mitgliedstaaten nannte er die gemeinsame Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus sowie die Bedeutung des Euro als stabile Währung. Der europäische Binnenmarkt wurde als wesentliche Grundlage für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands herausgestellt. Darüber hinaus wurden Aspekte wie Klimaschutz, Förderung der Landwirtschaft, Bildungsprogramme und Maßnahmen gegen Steuerflucht angesprochen. Anhand von Beispielen aus der Region, etwa der Förderung des ländlichen Raums in Stublang und Bad Staffelstein, wurde die konkrete Wirkung europäischer Politik vor Ort verdeutlicht. Auch die Städtepartnerschaften Burgkunstadts mit Gostynin und Quéven wurden als Ausdruck gelebter europäischer Zusammenarbeit gewürdigt.

Ein weiterer Teil der Veranstaltung widmete sich aktuellen Herausforderungen der Europäischen Union. Dabei wurden unter anderem die geopolitische Lage im Verhältnis zu Russland, die Folgen des Brexits, migrationspolitische Fragestellungen sowie Entwicklungen in einzelnen Mitgliedstaaten diskutiert, in denen rechtsstaatliche Prinzipien zunehmend unter Druck geraten. Auch wirtschaftliche Ungleichgewichte innerhalb der EU, insbesondere die hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen Ländern, wurden thematisiert.
Der anschließende Frageteil war von einem breiten thematischen Spektrum geprägt und zeigte ein hohes Maß an Interesse seitens der Schülerinnen und Schüler. Mehrere Beiträge befassten sich mit der zukünftigen Entwicklung und Handlungsfähigkeit der Europäischen Union. Dabei wurde unter anderem die Frage aufgeworfen, wie sich die Akzeptanz der EU in der Bevölkerung stärken lasse. Herr Schwarz verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von politischer Bildung, Austauschprogrammen und persönlichen Begegnungen. Zudem wurde die Diskussion um institutionelle Reformen aufgegriffen, insbesondere im Hinblick auf das Einstimmigkeitsprinzip, das einerseits den kleineren Mitgliedstaaten Einfluss sichere, andererseits jedoch Entscheidungsprozesse erschwere.
Einen breiten Raum nahmen außen- und sicherheitspolitische Fragen ein. Im Mittelpunkt stand dabei die Rolle der Europäischen Union im internationalen Kontext, insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Herr Schwarz betonte die Notwendigkeit einer geschlosseneren und handlungsfähigeren europäischen Außenpolitik sowie einer stärkeren Übernahme eigener sicherheitspolitischer Verantwortung. In diesem Zusammenhang verwies er auf konkrete militärische Herausforderungen und Defizite: So sei die Produktionskapazität moderner Luftverteidigungssysteme begrenzt, während der Bedarf in der Ukraine enorm sei. Beispielhaft wurde angeführt, dass die monatliche Produktion von Patriot-Abwehrraketen bei weltweit 30 Stück liege, während in der Ukraine bei einem Großangriff in einer einzigen Nacht diese gesamte monatliche Produktion benötigt werde.
Auch im Bereich konventioneller Rüstung wurde die Problematik deutlich. Während Russland jährlich ca. 1500 Kampfpanzern produziere, seien die Produktionskapazitäten in Deutschland mit 50 Stück deutlich geringer. Ein Teil der russischen Produktion werde unmittelbar an der Front eingesetzt, zwei Drittel diene dem Aufbau von Reserven für eventuelle zukünftige Konflikte. Daraus leitete Herr Schwarz die Notwendigkeit ab, die europäische Rüstungskooperation zu intensivieren und gemeinsame Projekte konsequenter umzusetzen. Gleichzeitig verwies er auf gescheiterte oder schwierige Kooperationen, etwa bei der Entwicklung neuer Kampfflugzeuge, bei denen nationale Interessen eine engere Zusammenarbeit erschwert hätten.
Die Diskussion wurde durch konkrete Einschätzungen zur Politik Russlands vertieft. Herr Schwarz schilderte die Vorgehensweise von Wladimir Putin als strategisch langfristig angelegt und warnte davor, dessen Ankündigungen zu unterschätzen. Es wurde betont, dass politische Ziele offen formuliert würden und ein mögliches weiteres Vorgehen über die Ukraine hinaus nicht ausgeschlossen werden könne. In diesem Zusammenhang wurde auch auf mögliche Folgen eines russischen Erfolgs hingewiesen, etwa größere Fluchtbewegungen nach Europa oder eine Ausweitung von Konflikten auf andere Regionen.
Auch Fragen zur militärischen Abschreckung und zur Rolle der NATO wurden angesprochen. Dabei wurde deutlich gemacht, dass die Glaubwürdigkeit gemeinsamer Beistandsverpflichtungen eine zentrale Voraussetzung für die Stabilität Europas darstellt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Problematik nuklearer Abschreckung thematisiert, wobei auf bestehende Strukturen innerhalb des Bündnisses verwiesen wurde, da in Deutschland der Aufbau einer atomaren Streitmacht nicht mehrheitsfähig sei.
Ein weiterer Aspekt betraf die Arbeit von Nachrichtendiensten. Am Beispiel des Bundesnachrichtendienst wurde erläutert, dass deutsche Sicherheitsbehörden im internationalen Vergleich teilweise mit erheblichen rechtlichen Einschränkungen arbeiten. So seien etwa Eingriffe in digitale Systeme oder Überwachungsmaßnahmen im Ausland nur unter strengen Voraussetzungen möglich, während andere Staaten hier größere Handlungsspielräume hätten. Daraus ergab sich die Forderung nach einer Anpassung gesetzlicher Rahmenbedingungen, um auf veränderte Bedrohungslagen angemessen reagieren zu können. Diese würde noch im Jahr 2026 umgesetzt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf wirtschafts- und technologiepolitischen Fragen. Diskutiert wurden unter anderem internationale Handelsabkommen sowie die Bedeutung des freien Handels für die europäische Wirtschaft. Gleichzeitig wurde die Abhängigkeit von außereuropäischen Akteuren in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz, Rohstoffen und Halbleitertechnologie problematisiert. Herr Schwarz hob hervor, dass Europa in diesen Bereichen stärker zusammenarbeiten und gezielt investieren müsse, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Veranstaltung bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, sich intensiv mit aktuellen politischen Fragestellungen auseinanderzusetzen und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Sie stellte damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung am Gymnasium Burgkunstadt dar. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Schwarz für seinen Besuch und die interessante Diskussion.
Kle
Am Freitag, den 6. Februar 2026 besuchte die Autorin und Historikerin Lilly Maier zum nun bereits zweiten Male das Gymnasium Burgkunstadt, um aus ihrem Buch „Arthur und Lilly“ für die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen zu lesen.
Ihr Buch handelt von der Lebensgeschichte des jüdischen Jungen Oswald, später Arthur, Kernberg, der durch die sogenannten Kindertransporte vor den Nationalsozialisten aus Wien gerettet werden konnte. In Frankreich, wo er zunächst eine wunderschöne Zeit verbrachte, war er vorerst sicher vor dem Krieg war. Doch auch dieses behütete Umfeld musste er schnell verlassen und gelangte dann schlussendlich in die USA. Nur durch viel Engagement von vielen Personen, die es gut mit Arthur meinten, konnte er schlussendlich ein sicheres und glückliches Leben führen.

Die Verbindung von Lilly Maier und Arthur könnte nicht verrückter und zufälliger sein. Sie lebte in ihrer Kindheit in Wien in genau der Wohnung, in der auch Arthur viele Jahre zuvor schon mit seiner Familie wohnte. Durch ein Projekt einer Zeitung fanden die beiden zusammen und wurden mehr als nur Freunde. Arthur nahm Lilly Maier in seine Familie auf und öffnete ihr die Welt seiner Geschichte.
Im Anschluss an die Lesung fand eine Diskussion und Fragerunde statt, in der die Schülerinnen und Schüler interessierte und neugierige Fragen an die Autorin stellten. So konnten sie noch mehr über die Geschichte von Arthur sowie auch der Autorin selbst herausfinden.
Es war in jedem Fall ein spanender und erfahrungsreicher Vormittag, der den Schülerinnen und Schülern die Geschichte von jüdischen Kindern im 2. Weltkrieg aus einer etwas anderen Perspektive näherbrachte.
Patrick Benker
Am Gymasium Burgkunstadt fand auch zu dieser Bundestagswahl wieder eine Junior-Wahl in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 statt. Die Ergebnisse können Sie hier einsehen.
Ergebnisse der Erststimme

Ergebnisse der Zweitstimme

Zum Vergleich können Sie hier die deutschlandweiten Ergebnisse der Juniorwahl einsehen.
