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„Ein Klick kann dein Leben für immer verändern!“

Projekttag des Medienkunde-Kurses mit renommierten Experten in Kronach

 

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Einige Schülerinnen des Medienkunde-Kurses kamen gemeinsam mit über 130 Jugendlichen anderer Schulen aus Oberfranken am Mittwoch, den 18.10.2017 im Saal der Kronacher Sparkasse zusammen. Ihre Mission: Wertvolle Informationen rund um neue Medien sammeln, um ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zukünftig als ausgebildete Medien-Experten kompetent zur Seite zu stehen.

Die Informationen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe erhielten die Teilnehmer dabei von renommierten Medienexperten. Ermöglicht hatte die Veranstaltung die Opferhilfe Oberfranken (OHO) mit ihrem Vorsitzenden Alfons Hrubesch. Dieser begleitet zusammen mit seinem Team aus ehrenamtlichen Helfern seit einigen Jahren die Ausbildung von Medienscouts in Oberfranken. Die von der OHO geschulten Medien-Experten sorgen an der Schule und somit vor Ort dafür, dass im Umgang mit den neuen Medien Unwissenheit und Schweigen potenziellen Tätern nicht länger in die Hände spielen. „Durch das Ansprechen von Problemen und möglichen Gefahren können viele Konflikte aus der Welt geschafft werden, bevor sie überhaupt entstehen“, erläuterte Peter Bürgin, 2. Vorsitzender der OHO, den Schülerinnen und Schülern die Zielausrichtung der Veranstaltung.

Die Lichtenfelser Dekanin Anne Salzbrenner brachte als Schirmherrin des Ausbildungstages die gesellschaftliche Bedeutung auf den Punkt. „Ich betrachte die Medienscouts als eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Zeit, weil ihr als sensibilisierte Multiplikatoren viel Verantwortung übernehmt und gerade in diesem Themenbereich die besseren Vermittler seid“, so Salzbrenner gegenüber den Jugendlichen.
„Star-Gast“ in Kronach war Julia von Weiler. Die Vorsitzende von „Innocence in Danger“, einem Verein, der sich gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern insbesondere mittels digitaler Medien einsetzt, ist eine häufig gesehene Expertin in diversen Talk-Show-Runden. In Kronach sensibilisierte sie die „Generation Selfie“ unter anderem für einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Sexualität. „Wir leben im Zeitalter des digitalen Exhibitionismus. Und bei Phänomenen wie Cybersex, Sexting & Co stellt sich auch für euch Jugendliche die Frage nach der eigenen Sicherheit“, so von Weiler. Dabei ist es der weltweit anerkannten Psychologin wichtig, Jugendliche nicht dafür zu verurteilen, wenn sie intime Fotos von sich über das Smartphone verschicken. „Die Schuld an der ungewollten Weiterverbreitung solcher Fotos liegt nicht bei den Opfern, sondern vielmehr bei denjenigen, die die Fotos unkontrolliert weiterteilen.“ Julia von Weiler betonte zugleich, dass „Sexting“, also das Versenden intimer Fotos, neuesten Umfragen nach auch von über 60 Prozent der Erwachsenen ausgeübt wird. „Es ist demnach falsch, wenn man eure Generation für solche Taten verurteilt. Die Technologie verändert das Verhalten aller - erfordert aber eben auch gegenseitigen Respekt, Wertschätzung und Achtsamkeit“, so von Weiler gegenüber den Schülern.
Im direkten Anschluss erläuterte Rechtsanwältin Gesa Stückmann, welche zivilrechtlichen Folgen das unerlaubte Versenden von fremdem Fotomaterial nach sich ziehen kann – und dies direkt aus Rostock. Deutschlands bekannteste Anwältin beim Thema „Cyber-Mobbing“ stand den Teilnehmern in Kronach per Webinar, also virtuell und über das Internet zugeschaltet, zur Verfügung. Anhand zahlreicher konkreter Beispiele aus ihrem beruflichen Alltag erläuterte sie eindringlich die Gefahren und Folgen des Cybermobbings – und dies sowohl für das Opfer als auch für die Täter. „Unwissenheit schützt nicht vor Strafe“ lautet dabei auch hier die Grundsatz – auch entgegen der weitläufigen Meinung, dass Jugendliche erst ab 14 Jahren für Straftaten wie Verleumdung, Volksverhetzung oder Gewaltdarstellung rechtlich belangt werden können. „Wenn ein Zwölfjähriger das peinliche Partybild eines Anderen ohne dessen Einverständnis in eine WhatsApp-Gruppe stellt, dann bekommt er vom Anwalt des Opfers eine Abmahnung zugeschickt. Und die kann mit Schmerzensgeld und Anwaltskosten ganz schnell Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro nach sich ziehen“, warnte die Rostockerin vor den Folgen eines unbedachten Klicks mit dem Smartphone.
In genau dieselbe Richtung, allerdings aus Sicht der Polizei, zielte der Vortrag von Katrin Schamel vom Polizeipräsidium Oberfranken. Sie machte auf die neuesten Trends der Cyberkriminalität aufmerksam und warb hier vor allem für einen sorgsamen Umgang mit Facebook, das immer wieder von Tätern genutzt wird, um die Privatsphäre und die Vorlieben der Nutzer auszuspionieren.
Abgerundet wurden die Vorträge von einem kurzen Einblick in das Darknet, den die Schüler von Moritz Ströhlein erhielten.

In den nächsten Schulwochen werden sich die Teilnehmer des Medienkunde-Kurses zusammensetzen und überlegen, wie die gewonnenen Erkenntnisse an die Mitschüler, aber auch an Eltern und Lehrer weitergeben werden können.

Text: Matthias Schneider / Christina Schott
Bild: Matthias Schneider / Christina Schott

 

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