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Burgkunstadt
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„Für jedes noch so komplexe Problem gibt es eine ganz einfache Lösung. Und die ist meistens falsch“ (Albert Einstein)

Vortrag des Jugendoffiziers der Bundeswehr am Gymnasium Burgkunstadt

 

Jugendoffizier 1 red

 


Das obige Zitat von Albert Einstein war die Quintessenz der drei Vorträge über Herausforderungen für die Sicherheitspolitik und Ihre Auswirkungen auf Europa sowie den hybriden Krieg als neue Bedrohung von Frieden und Sicherheit von Herrn Oberleutnant Dhany Sahm, dem Bamberger Jugendoffizier, am 05.07.2019 für die Klassen 9d, 9e, 10a und Q11.


Nachdem zu Beginn mit Hilfe eines Brainstormings mit den Schülern geklärt wurde, was Sicherheit für sie persönlich bedeutet, führte der Jungendoffizier den Schülern vor Augen, dass Sicherheit für Kinder in Krisenregionen wie Afghanistan eine ganz andere Bedeutung hat.
Im Anschluss ging Herr Sahm auf unterschiedliche Bedrohungen des Friedens ein. So schrumpft die weltweite Ackerfläche jährlich um sieben Millionen Hektar, wohingegen die Weltbevölkerung jedes Jahr um 83 Millionen Menschen vor allem in Afrika und Asien wächst - gerade in den Regionen, in denen die Versorgung mit Nahrung und Wasser problematisch ist. In Afrika herrscht gegenwärtig ein Bevölkerungswachstum von 6%, was bedeutet, dass sich die Bevölkerung in 50 Jahren verdoppelt haben wird und insbesondere in der Sahel-Zone heute schon mit Wasserknappheit gekämpft wird, die zu Spannungen und Gewalt innerhalb der Bevölkerung führt.
Ein weiterer Aspekt, der Konflikte verursacht, sind die 25 Millionen Flüchtlinge pro Jahr, die weltweit aufgrund von Naturkatastrophen ihre Heimat verlassen. In diesem Zusammenhang führt der Referent den Schülern vor Augen, dass es den gegenwärtig 70 Millionen Menschen, die sich auf der Flucht befinden, die Entscheidung, ihre Heimat zu verlassen, nicht leicht fällt und über die Hälfte der Flüchtlinge innerhalb des eigenen Landes und 90% der restlichen Migranten in die jeweiligen Nachbarstaaten flüchten und somit nur ein ganz geringer Teil beispielweise nach Europa kommt. Viele Flüchtlinge leben zudem in elenden Verhältnissen in Lagern wie beispielsweise in Kutupalong in Bangladesch, in dem 620.000 Menschen leben. Aufgrund der prekären Situation dieser Menschen wird Kriminalität und Terrorismus gefördert, der den Frieden bedroht und die EU deshalb eine globale Strategie entwickelt, um Sicherheit zu gewährleisten, wobei Isolation hier keine Lösung sein kann.
Befördert wird die Bedrohung des Friedens außerdem durch unkontrollierte Waffenverbreitung und Staatszerfall v.a. in diesen Krisenregionen, sodass oftmals eine Eskalationsspirale entsteht. In diesem Zusammenhang geht der Jugendoffizier auf den Terrorismus u. a. des IS-Ablegers Boko-Haram in Nordafrika ein, der in Form von Anschlägen auch Europa direkt bedroht. Zudem wird u.a. Deutschland wirtschaftlich direkt von Piraten bedroht, die Handelsschiffe überfallen. Zwar wird gegen die Piraten militärisch vorgegangen und die Überfälle gehen zurück, allerdings werden dadurch die Ursachen, die die Menschen zur Piraterie zwingen, nicht behoben. Deshalb sollte im Sinne eines vernetzten Ansatzes den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe angeboten werden, sodass sie selbst in die Lage versetzt werden, um ihre Lebensumstände zu verbessern und somit Kriminalität und Terrorismus der Nährboden entzogen wird.
Im zweiten Teil des Vortrages geht der Jugendoffizier auf die hybride Kriegsführung ein, bei der neben offenem Einsatz von Mitteln auch verdeckte, oftmals digitale Operationen stattfinden mit dem Ziel der Destabilisierung staatlicher Strukturen und gesellschaftlicher Institutionen. Diese geht von Terroristen, Kriminellen, Innentätern wie Edward Snowden aber auch Staaten aus. Hierzu stellt der Offizier den Schülern die Cyber-Konflikt-Eskalationsleiter vor, die von Cyber-Vandalismus von beispielsweise Jugendlichen, die aus Spaß hacken, über Cyber-Kriminalität, Cyber-Spionage bis hin zu Cyber-Krieg reicht. Hierbei geht es nicht nur um Informationsbeschaffung, sondern auch um das gezielte Verbreiten von Informationen, um Staaten und Gesellschaften zu destabilisieren. Um dieser Gefahr zu begegnen, gibt es in Deutschland den Cyber- und Informationsraum in Stuttgart, in dem die Polizei, die Bundeswehr und auch private Firmen wie die Telekom zusammenarbeiten.

 
 
Text: Kle, Bild: BCh
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