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DNA aus Erdbeeren? - Genetik zum Anfassen

Ob Mensch, Tier oder Pflanze: Jedes Lebewesen trägt in fast jeder einzelnen Zelle seines Körpers sein gesamtes Erbgut. Es wird bereits bei der Befruchtung festgelegt und ist für jedes Individuum einzigartig. So steckt z.B. auch in einer Muskelzelle die Information über die Augenfarbe oder in einer Herzzelle ein Risikogen für eine Erbkrankheit. All diese Erbinformationen sind auf der sog. DNA (= Desoxyribonukleinsäure) gespeichert. Anhand von DNA-Spuren können Täter überführt werden, auch wenn man die DNA mit bloßem Auge gar nicht sehen kann. Aber wie holt man die DNA aus den Zellen?

DNA 1    DNA 31   DNA 42

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9a und 9c begaben sich mit ihren Biologielehrerinnen Kerstin Reichenberger und Christina Schott auf die Suche nach der DNA in Erdbeeren. Zuerst wurden Erdbeeren mit einem Teelöffel Salz, einem Esslöffel Spülmittel und einem Esslöffel Wasser in einem Plastikbeutel vorsichtig zerdrückt. Durch das Spülmittel wurden die Zellmembran und die Zellkernmembran zerstört, so dass die DNA frei wurde. Anschließend wurde der Inhalt des Beutels filtriert und das Filtrat (eine rote Flüssigkeit mit einer wässrigen DNA-Lösung) aufgefangen. Nach der Zugabe von kaltem Brennspiritus fällt die DNA als weißes Knäuel an der Oberfläche der Flüssigkeit aus und kann mit einem Spatel herausgenommen und genauer untersucht werden.

Wer hätte gedacht, dass Genetik so anschaulich sein kann!

Christina Schott
Fachleiterin Biologie

Badebomben und Farbenzauber – Biologisch-chemisches Praktikum lädt zum Experimentieren ein

In diesem Schuljahr war es nach einem Jahr Corona bedingter Pause wieder so weit. An vier Vormittagen kurz vor Weihnachten war für ca. 250 Viertklässler aus den sieben Grundschulen der Region Spektakuläres geboten. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe hatten die Grundschulkinder für einen Vormittag zu einem Forscherlabor ans Gymnasium eingeladen, um mit ihnen gemeinsam zu experimentieren und verschiedenste Phänomene des Alltags zu erforschen.

 

Nach einer Begrüßung durch die Schulleiterin Frau OStDin Lydia Münch und einer kurzen Sicherheitsbelehrung, bei der wichtige Experimentierregeln erklärt wurden, stand eine Chemieshow auf dem Programm, bei der die Mädchen und Jungen aus dem Staunen nicht herauskamen. Egal ob bei dem Versuch mit dem brennenden Geldschein, dem Flaschengeist, oder bei der berühmten Elefantenzahnpasta – die jungen Zuschauer waren stets begeistert.

Nach der Chemieshow ging es erst so richtig los, denn nun durften die Viertklässler an sechs Stationen naturwissenschaftliche Phänomene beobachten und dabei in Eigentätigkeit zu kleinen experimentierenden Forschern werden. Die Kleinen konnten an diesem Vormittag unter Anleitung der Oberstufenschülerinnen und -schüler ihren Forscherdrang so richtig ausleben und beim Experimentieren Dingen auf den Grund gehen, um herauszufinden „warum etwas so ist“ oder „wie etwas funktioniert“.

So lernten die Kleinen von den Großen u.a. wie man Badebomben selbst herstellen oder Filzstiftfarben auftrennen kann. Und wenn nach diesem Vormittag die Neugier und Freude am Experimentieren geweckt wurde: alle der kennengelernten Versuche können mit dem Forscherheft, das von den Oberstufenschülerinnen und -schülern erstellt wurde, auch zu Hause nochmal ausprobiert werden!

Der Vormittag verging wie im Flug und die monatelange Vorbereitung der Oberstufenschülerinnen und -schüler wurde belohnt durch die große Begeisterung, mit der die Grundschulkinder bei der Sache waren. Ein nicht zu übersehender Effekt war auch, dass die „Großen“ lernen und sehen konnten, was es heißt, selbst Lehrer zu sein.

Kerstin Reichenberger

 

Leben mit HIV. Anders als du denkst

„Mein Problem sind graue Haare – nicht HIV“, sagt Hildegard, 74, die seit 25 Jahren mit HIV lebt – und zwar gut. Ihre grauen Haare und Gelenkschmerzen kommen nicht von ihrer HIV-Infektion, sondern vom Älterwerden. Das nervt die umtriebige Rentnerin gewaltig. Diskriminierung lässt sie sich nicht mehr gefallen.

Welt 1    Welt 2

  Welt 3  Welt 41

Menschen mit HIV können heute leben wie alle anderen und haben auch im Berufsleben die gleichen Möglichkeiten - und haben deswegen auch die gleichen Alltagsprobleme. Egal, ob es um Arbeit, Freizeit, Sexualität oder Familienplanung geht. HIV muss heute bei rechtzeitiger Behandlung keine Beeinträchtigung mehr sein. Diskriminierung macht HIV-positiven Menschen aber das Leben oft immer noch unnötig schwer.

HIV ist ein Virus, das vor allem beim Geschlechtsverkehr oder über Spritzen beim Drogenkonsum übertragen wird. Ohne Behandlung schädigt HIV die Abwehrkräfte des Körpers, so dass nach einigen Jahren meistens das Krankheitsbild AIDS auftritt, das tödlich endet. HIV ist jedoch gut behandelbar, auch wenn eine Heilung bislang nicht möglich ist. Meist genügt schon eine Tablette täglich, um die Vermehrung der Viren im Körper zu verhindern. Wenn die HIV-Infektion mit Medikamenten behandelt wird, ist eine Übertragung auch beim Sex nicht mehr möglich. Trotzdem erfahren Menschen mit HIV immer noch Zurückweisung und Benachteiligung, bekommen abwertende Äußerungen und Schuldzuweisungen zu hören. Oft herrscht noch die Vorstellung vor, dass von ihnen eine Gefahr ausgehe oder dass ihr Leben immer eingeschränkt sei. Das kommt in der Familie genauso vor wie im Job oder im Gesundheitswesen. Ursache für Diskriminierung sind meist Vorurteile und unbegründete Ängste.

Um aufzuklären, zum Nachdenken anzuregen und für mehr Solidarität statt Diskriminierung zeigten Schülerinnen und Schüler am 01. Dezember, dem weltweiten Welt-Aids-Tag, die rote Schleife auf ihrer Brust.

Christina Schott
Fachleiterin Biologie